Herausforderung
Ob auf Containerschiffen, bei der LKW-Logistik oder bei der Lagerung von Gütern – tagtäglich kommen weltweit Millionen an Holzpaletten zum Einsatz. Auch wenn der Rohstoff Holz nachwachsend und ökologisch ist, gibt es bei der Produktion einzelner Komponenten noch viel Optimierungsbedarf. Vor allem die Verarbeitung von schadstoffreichem Leim sowie Stahlnägeln mit hohem CO2-Footprint wirken sich negativ auf die Öko-Bilanz einer Palette aus. Der Fokus der Fragestellung des Unternehmens PALETTEN-SERVICE Hamburg in der Cross Innovation Class lag somit darauf, die Verarbeitung von Holzpaletten neu zu denken und deren kreislauffähige Aufbereitung zu optimieren.
Output
Entstanden ist die CircularPalett – eine Holzpalette, die wirklich kreislauffähig ist. Für den herkömmlichen Kleber, der oft Schadstoffe wie Formaldehyd enthält, wurde ein ökologisch verträglicher Ersatz gefunden. Auch Stahlnägel, die unter großem Energieaufwand produziert werden, braucht es nicht mehr, denn die Bretter und Klötze werden von Holzstiften in einem Stecksystem zusammengehalten. Das ganze Produkt ist somit sortenrein und lässt sich am Ende seiner Lebenszeit besonders effektiv recyceln.
Neben den Potenzialen kollaborativer Innovationsprozesse zeigt dieser Case aber auch: manchmal gehen die Erwartungen unterschiedlicher Stakeholder auseinander. In diesem besonderen Fall war der Prozess geprägt von einem Spannungsfeld zwischen Designanspruch und marktnaher Umsetzbarkeit. So entstand ein Prototyp, der zwar ursprünglich geforderte Nachhaltigkeitskriterien erfüllt, durch sein Design jedoch keine Serienreife erreichte. Die im Prozess erarbeiteten Impulse wurden im Anschluss an das Format unternehmensintern weiterverfolgt. Uns bleibt das Learning, dass interdisziplinäre Innovation immer auch voller Herausforderungen steckt – und mit der CircularPalett ein Prototyp, der trotzdem auf eindrucksvolle Weise zeigt, was mit Cross Innovation möglich ist.
Studierende:
Tjark Dondera ,Florian Weckbecker, Marlena Dinger, Despina Locht, Lilith Arwen Hofmann, Noah Wandres, Samantha Schubert, Yu Joung Kim
Beteiligte Hochschulen:
- Fachhochschule Wedel (IT-Ingenieurswesen und Technische Informatik)
- Hamburger Akademie Mode & Design (Produktdesign)
- Leuphana Universität Lüneburg (Umweltwissenschaften)
Format & Methode
In der Cross Innovation Class arbeiten Studierende aus drei bis sechs verschiedenen Hochschulen in interdisziplinären Teams an den Herausforderungen der Projektpartner.
- Der Prozess folgt der Logik des Design Thinkings: In iterativen Feedbackschleifen mit den Partnern nähern sich die Teams Schritt für Schritt einer Lösung.
- Der gesamte Prozess wird vom Team des Cross Innovation Hub gesteuert und durch geschulte Facilitatoren begleitet.
- In den Werkstätten der Partnerhochschulen können Prototypen erstellt und getestet werden.
Die Cross Innovation Class fand im Sommersemester 2023 zum Thema Circular Cities statt.