360 Grad
Ideen entwickeln aus der Kraft vieler Perspektiven.
Ideen entwickeln aus der Kraft vieler Perspektiven.

360 Grad ist eine Methode, mit der sich Ideen für neue Produkte, Services oder konkrete unternehmerische Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven entwickeln und weiterqualifizieren lassen.
Die Methode nutzt die Vielfalt einer interdisziplinären Gruppe, um über naheliegende Lösungen hinauszugehen. Impulse aus verschiedenen Branchen, Arbeitsweisen und kreativen Praktiken öffnen einen breiteren Denkraum für Innovation.
In Innovationsprozessen ist die Ideenphase entscheidend – und oft herausfordernd. Die ersten Einfälle ähneln sich häufig, weil sie aus bekannten Routinen, Branchenlogiken oder den immer gleichen Perspektiven entstehen.
360 Grad schafft einen Rahmen, in dem Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ihre Sicht auf eine Fragestellung einbringen. Besonders wertvoll ist dabei die Zusammenarbeit mit Kreativschaffenden: Sie sind darin geübt, Perspektiven zu verschieben, Ideen neu zu kombinieren und ungewöhnliche Ansätze produktiv zu machen.
Die Methode hilft deshalb nicht nur dabei, mehr Ideen zu entwickeln, sondern vor allem bessere: differenzierter, anschlussfähiger und tragfähiger.
360 Grad wird in zwei aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten durchgeführt – idealerweise in einer interdisziplinären oder branchenübergreifenden Gruppe.
Am Anfang steht eine konkrete Herausforderung, zum Beispiel die Frage, wie ein Service verbessert, ein Angebot neu gedacht oder die Kund*innenzufriedenheit erhöht werden kann. Nach einem gemeinsamen Briefing entwickeln die Teilnehmenden zunächst individuell Ideen zu dieser Fragestellung.
Anschließend werden die Ideen in der Gruppe vorgestellt, etwa auf einem Moodboard oder Whiteboard. Das Team hört zu, fragt nach und spiegelt, was relevant, überraschend oder anschlussfähig erscheint. Aus der Vielzahl der Ansätze werden einige Ideen ausgewählt, die besonderes Potenzial haben.
Zwischen zwei Arbeitsphasen werden diese Ideen individuell weitergedacht, geschärft und vertieft. In einem zweiten Workshop werden die weiterentwickelten Entwürfe erneut vorgestellt und gemeinsam reflektiert.
Durch dieses Wechselspiel aus individueller Ausarbeitung und kollektivem Austausch verdichten sich die Ideen Schritt für Schritt.
360 Grad stärkt die Qualität von Ideen, weil unterschiedliche Sichtweisen nicht nur gesammelt, sondern produktiv aufeinander bezogen werden.
Dadurch entstehen Lösungen, die innovativer, relevanter und häufig robuster sind als Ansätze, die nur innerhalb eines einzelnen Fachbereichs entwickelt wurden.
Besonders wirksam ist die Methode dort, wo Unternehmen neue Wege gehen wollen und offen dafür sind, ihre Fragestellungen gemeinsam mit anderen Disziplinen zu betrachten.
360 Grad eignet sich besonders für:
Weniger geeignet ist die Methode, wenn bereits ausschließlich finale, datenbasierte Entscheidungen getroffen werden sollen. Ihre Stärke liegt in der Öffnung, Verdichtung und qualitativen Weiterentwicklung von Ideen.
Entscheidend für den Erfolg der Methode ist eine gute Facilitation. Gerade Auswahl und Bewertung brauchen Sensibilität, damit unterschiedliche Perspektiven produktiv bleiben.
Ebenso wichtig ist die Zusammensetzung der Gruppe: Je vielfältiger die fachlichen und kreativen Hintergründe, desto größer der Mehrwert.
Hilfreich ist außerdem die zeitliche Distanz zwischen zwei Workshops. Ideen können in der Zwischenzeit reifen und mit neuer Tiefe weiterentwickelt werden.
Im Cross Innovation Hub nutzen wir 360 Grad, wenn Herausforderungen von Unternehmen wirklich neu gedacht werden sollen.
Die Methode macht die Stärke von Cross Innovation direkt erfahrbar: Innovation entsteht aus dem Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven – insbesondere von Wirtschaft und Kreativwirtschaft.
Kreativschaffende bringen nicht nur frische Impulse ein, sondern auch professionelle Methodenkompetenz in der Ideenbewertung und Weiterentwicklung von Ansätzen. Genau das macht 360 Grad zu einer Methode, die über klassisches Brainstorming hinausgeht.

Dr. Susanne Eigenmann ist als Wissensmanagerin im Cross Innovation Hub für alle Fragen zur Theorie von Innovation, branchenübergreifender Zusammenarbeit, Kreativität, Zukunftsforschung, Trends und vielem mehr zuständig. Sie erarbeitet Themen, gibt Hintergründe und Entscheidungshilfen, Diskussions- und Kommunikationsanlässe zu allen Fragen rund um Cross Innovation und ist immer an Lernen und Austausch interessiert.
Vor ihrer Zeit bei der Kreativ Gesellschaft war Susanne als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Universität Hamburg tätig und hat als Persönliche Referentin des Intendanten im Deutschen Schauspielhaus gearbeitet. Auch bei ihrer Arbeit als Freiberuflerin mit Kreativen verschiedener Branchen wie Kulturleuten und Künstlerinnen und Künstlern hat sie immer wieder bewundert, wie selbstverständlich, schnell und voller Elan sie Neues schaffen und sich offen in neuen Terrains bewegen. Deshalb war es für sie auch eine wunderbare Entwicklung, als sie in der Kreativ Gesellschaft den Cross Innovation Hub mit aufbauen durfte und bis heute Teil davon ist, die Stärken der Kreativwirtschaft für andere Wirtschaftsbranchen zu erschließen.