Ein Projekt derHamburg Kreativ Gesellschaft

Die Psychologie der Innovation

Innovationen entwickeln Menschen mit ihrer gesamten Persönlichkeit - das wird oft vergessen und ist doch so wichtig für einen erfolgreichen Innovationsprozess.

Die Psychologie der Innovation -

"Menschen sind oft seltsame, irrationale Wesen. Viele halten sich für schlauer und kreativer als sie tatsächlich sind, haben Ängste, die sie selten zugeben, denken kurzfristig und sind schlecht darin, ihre Meinung zu ändern oder andere zum Umdenken zu bewegen”, sagt Felix Hofmann, Innovationsexperte, mehrfacher Gründer und Autor des Buches Reframe. Die Psychologie der Innovation.

Oha, das sind nicht die besten Voraussetzungen für erfolgreiche Innovationen. Aber sicher eine realistische Einschätzung, wenn wir ehrlich sind.

"Konzentration aufs Kerngeschäft“ ist ein verständlicher Reflex in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage. Aber Julian Kawohl, Professor für Strategisches Management an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) betont zu Recht: “Wer jetzt aber nur Kosten einspart, übersieht, dass die Welt sich rasant weiterentwickelt. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz und datengestützte Geschäftsmodelle verändern ganze Branchen. Wer jetzt nicht investiert, verliert den Anschluss und riskiert seine zukünftige Wettbewerbsfähigkeit.”

Felix Hofmann empfiehlt daher in seinem Buch, unsere Annahmen und Vorbehalte gegenüber Innovationen in einen neuen Kontext zu stellen. Framing ist unsere Auswahl und Hervorhebung aus Millionen von Daten, mit denen wir laufend konfrontiert sind. Sie definiert den Referenzpunkt und was wir als Gewinn oder als Verlust wahrnehmen. Reframing bedeutet, diese oftmals unbewusst entstandene Sichtweise zu verändern und damit unsere Referenzpunkte und die Bedeutung von Gewinn und Verlust aktiv zu beeinflussen. Hofmann betont, dass es an uns liegt, ob wir bestehende Frames bloß akzeptieren oder stattdessen aktiv gestalten.

Reframing kann entscheidend werden für die Innovationskraft eines Unternehmens, weil es uns ermöglicht, neue Perspektiven einzunehmen und kreative Lösungen zu finden. Hofmann schlägt vor, dass Unternehmen ihre Herangehensweise reframen, indem sie:

  • Prioritäten setzen: Fokus ist wichtig. Wenn im Reframing verengt wird, leuchten die wichtigsten Herausforderungen hervor. Statt viele Projekte gleichzeitig zu starten und sich zu verzetteln, sollten Unternehmen sich deshalb auf wenige, aber wirklich wichtige Projekte konzentrieren. Dies reduziert Stress und ermöglicht eine intensivere Auseinandersetzung mit den Herausforderungen.
  • Langfristige Perspektive einnehmen: Langfristiges Denken ist ein mächtiges Werkzeug für Innovation. Unternehmen können den Frame vergrößern, indem sie sich fragen, wo sie in zehn Jahren stehen möchten und welche Schritte notwendig sind, um dieses Ziel zu erreichen. Das hilft, kurzfristiges Denken zu überwinden und nachhaltige Innovationen zu fördern. Grundlage des gemeinsamen Denkens kann die Überlegung sein: Was wird sich nicht ändern? Welche Erfolge kann ich daraus ziehen, diese Konstanten neu zu verbinden mit Innovationen?
  • Angst als Kompass nutzen: Hofmann betont, dass Angst oft der Feind von Innovation ist. Statt Angst wegzudrücken, kann sie durch Reframing als Kompass genutzt werden, um Risiken zu identifizieren und sie bewusst und gezielt zu untersuchen und zu bewerten.

"Reframing ist ein Schlüssel, um nicht nur unsere eigenen Denkmuster zu ändern, sondern auch andere zum Umdenken zu bewegen."

Wenn Unternehmen diesen Reframing-Prozess ernsthaft durchlaufen, verändert das im ersten Schritt bereits die Art und Weise, wie Informationen im Unternehmen präsentiert und interpretiert werden. Das hat bereits einen erheblichen Einfluss auf Entscheidungsprozesse und Innovationsfähigkeit. Reframing ist somit ein Schlüssel, um nicht nur unsere eigenen Denkmuster zu ändern, sondern auch andere zum Umdenken zu bewegen.

Neue Lösungen erfordern neue Fragen. Reframing-Techniken können dabei helfen, groß und kreativ zu denken. Wer dafür nach Anregungen sucht, kann das kreative Denken im Cross Innovation Hub in der Zusammenarbeit mit professionellen Kreativen aus Design, Film, Architektur, Kunst und vielen weiteren Branchen der Kreativwirtschaft vertiefen.

Die Arbeit mit dem Reframing in einem kreativen, diversen Umfeld – kann man resümierend feststellen – stärkt die Selbstwirksamkeit und beschert ein Gefühl von Inhaberschaft für das Entwickeln von Innovationen. Damit werden Unternehmen aktiver und mutiger in Innovationsprozessen und kommen zu spannenden Ergebnissen.

Zur Autorin

Die Psychologie der Innovation - Dr. Susanne Eigenmann

Dr. Susanne Eigenmann ist als Wissensmanagerin im Cross Innovation Hub für alle Fragen zur Theorie von Innovation, branchenübergreifender Zusammenarbeit, Kreativität, Zukunftsforschung, und Trends zuständig. Sie erarbeitet Themen, gibt Hintergründe und Entscheidungshilfen, Diskussions- und Kommunikationsanlässe zu allen Fragen rund um Cross Innovation.

Die Psychologie der Innovation - Dr. Susanne Eigenmann

Dr. Susanne Eigenmann

Wissenmanagerin

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