Dass solche Profile zunehmen, ist kein Zufall. Verschiedene Karrieremodelle beschreiben seit Jahren eine Arbeitsrealität, in der lineare Aufstiege innerhalb eines Unternehmens nicht mehr die Norm sind. Für Unternehmen, die mit externen Kreativen in Innovationsprozessen arbeiten, sind diese Modelle interessant als Erklärung für Denk- und Arbeitsweisen, die in Projekten spürbar werden.
Die Boundaryless Career beschreibt Laufbahnen über Organisations-, Fach- und Ländergrenzen hinweg. Menschen mit solchen Biografien sind es gewohnt, sich schnell in neue Kontexte einzuarbeiten, Netzwerke zu nutzen und Wirkung nicht an Positionen, sondern an Ergebnissen zu messen. In Innovationsprojekten übernehmen sie häufig eine Brückenfunktion – zwischen internen Teams, externen Partner:innen und unterschiedlichen Logiken.
Das proteanische Karrieremodell stellt die Person und ihre Werte in den Mittelpunkt. Arbeit wird immer wieder neu an persönliche Motive und Lernziele angepasst. In der Zusammenarbeit mit Unternehmen zeigt sich das als hohe Eigenverantwortung, Lernbereitschaft und Wunsch nach sinnorientierter Arbeit. Diese Haltung kann irritieren, wenn klare Rollendefinitionen erwartet werden – ist aber gerade in offenen Innovationsphasen ein Motor für neue Perspektiven.
Die kaleidoskopische Karriere beschreibt, wie Menschen ihr Berufsleben je nach Lebensphase immer wieder neu ausrichten – entlang von Authentizität, Balance und Herausforderung. Richtungswechsel oder neue Kombinationen werden hier nicht als Brüche gelesen, sondern als bewusste Neujustierungen. Für Innovationsprozesse bedeutet das: Solche Menschen sind daran gewöhnt, Dinge neu zu kombinieren und bestehende Ordnungen zu hinterfragen.