Beim Film läuft vermutlich auch nicht immer alles nach Plan. Gerade diese Offenheit kann für Innovationsprozesse spannend sein. Wie gehst du damit um?
Dokumentarfilm heißt: Ich weiß nie genau, was mir eine Interviewperson erzählen wird, bevor die Kamera läuft. Ich habe gelernt, mit einer klaren Struktur in den Prozess zu gehen, aber offen für das zu bleiben, was sich vor Ort wirklich zeigt. Das bedeutet: Unsicherheit ist für mich kein Störfaktor, sondern der Ort, an dem die interessantesten Geschichten entstehen. Ich suche in jedem Projekt bewusst den Punkt, an dem das Gewohnte kippt.
Gab es einen Moment bei deiner Arbeit, in dem genau das besonders deutlich wurde?
Ein gutes Beispiel dafür gab es bei einem Dreh in Ruanda. Dort haben wir das "GenFarm" Project von Volkswagen begleitet, bei dem die ersten elektrisch betriebenen Traktoren für Kleinbauern erprobt werden. Ein Konzept, das seinen Weg von einem Modell im Guggenheim Museum in New York bis auf die Felder vor Ort gemacht hat.
Womit wir allerdings nicht gerechnet haben: Unser Drohnenpilot ist kurzfristig ausgefallen. Also mussten wir improvisieren und haben unseren Kameramann kurzerhand vorne auf die Schaufel eines E-Traktors gesetzt, um den geplanten Drohnenshot damit zu ersetzen.